2017

30. 10. 2017 

Es war ein sehr abwechslungsreiches Jahr.
Die Fröste vom 20. 4. führten in vielen Weinbergen zu Schäden. Es folgte eine Trockenperiode, die es in sich hatte. Über Wochen in Mai und Juni kaum Regemn, ca. 40-50% unter dem langjährigen Mittel. Und das nach einem Winter der die Bodenwasservorräte nicht aufgefüllt hatte. Und es war warm, eine sehr frühe Blüte. Im Juli kan dann der erwartete Wetterwechsel. Erst Starkregen und dann Hagel. Zum Glück waren bei uns die Schäden ünerschaubar.
Die frühe Blüte und der warme Juni führeten aber dann auch zu einem schnellen Wachstum der Reben und auch die Traubenreife setzte früh ein. Allerdings war auch der August etwas zu feucht.
Wir gingen vom Laubschnitt direkt in die Traubenlese über.
Der früheste Lesebeginn seit Menschengedenken. Wir begannen am 30. August mit der Lese, die dnn auch sehr schnell durchgezogen werden musste um Fäulnis und Kirschessigfliege zuvor zu kommen.
So wurde die Lese bis auf einn kleinen Rest bereits im September beendet. Auch das früheste Leseende.

Aber dieses Jahr zeigt weiterhin einige Wetterkapriolen. Zwar gehen die Weinberge langsam in die Winterruhe, aber Rosen und Oleander zeigen noch frische Blüten – Ende Oktober.
Die Moste im Keller sind weitgehend vergoren und die Jungweine müssen in den nächsten Tagen von der Hefe getrennt werden. Danach kann man die Weine endgültig beurteilen.
Jetzt kann man nur sagen: Eine gute Ausgangsqualität der Moste war gegeben, die Gärungen verliefen problemlos – aber Überraschungen werden wir noch erleben.

 

20. 04. 2017 

Es wird jetzt richtig interessant. In der letzten Nacht traten Temperaturen bis – 6°C in Bodennähe auf. In 2 m Höhe waren es auch noch -4,5°. In den ebenen Lagen sind deutliche Frostschäden zu sehen. 50 – 70% dürften je nach Lage keine Seltenheit sein. Auch in den Hanglagen kommen 10 – 20% vor. Teilweise ist es aber schwer zu schätzen. Bedingt durch die Trockenheit wachsen die Reben derzeit nicht mehr weiter. Früh ausgetriebene Augen zeigen 5 – 7cm lange Triebe, einzelne Blättchen haben auch eine ca. 10cm² große Blattspreite. Andere Augen auf dem selben Trieb sind kaum sichtbar. Dies wird in den nächsten Wochen auch zu recht unterschiedlichen Trieblängen führen. Das wird einige Heftarbeiten nicht erleichtern.
Aber das ist verglichen mit den Frostschäden harmlos.
Und:
Für die nächsten Tage ist wieder Bodenfrostrisiko vorhergesagt.

Wie bereits festgestellt: Es wird richtig interessant.

 

17. 04. 2017  Ostermontag

Nur einige Bemerkungen zum aktuellen Jahr.
Alles ist zu früh: Der Flieder blüht, die Tulpen sind fast verblüht, die Reben sind bereits weit ausgetrieben, alle Bäume tragen bereits ihr Laubgewand u.s.w..

Aber: Es ist zu trocken. Für gestern war Regen angesagt. aber wir haben nichts erhalten. Heute waren es bis jetzt 0,3 mm. 0,3mm können aber das Regendefizit aus den Monaten November bis april von über 100mm nicht ersetzen. Es ist sehr, sehr trocken. Noch kann die Vegetation damit umgehen, aber wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt wird man sehen. Sehr wahrscheinlich wrd es dann im Mai Regen geben.
Immer nach dem Motto: Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun und Fass
Und auch die Pilze werde sich dann wieder freuen.
Für die kommenden Tage sind auch Nachttemperaturen unter 0°C angesagt. In 2 m Höhe 0°C kann aber Bodenfrost und auch Spätfrostschäden in einigen Lagen bedeuten. Auch das werden wir sehen. Es verspricht ein lustiges Rebjahr zu geben.

 

13. 04. 2017

Ein großer Teil unsrer Weinberge haben wir jetzt gemulcht und auch unter der Rebzeile die Begleiflora – früher profan als Unkraut bezeichnet- mit einer Scheibe gestört. Mehr als 90% dieser Pflanzen werden jetzt vertrocknen. Das ist eine Folge der Trockenheit der letzten Wochen. Die Reben sind bereits ausgetrieben – teilweise kann man 2 – 4 Blättchen sehen. Viel zu früh.
Die Unterschiede der Bearbeitungssysteme können Sie auf den Fotos sehen. Sicherlich ist der Herbizideinsatz einfacher und schneller, der zeitintensivere Einsatz mechanischer Unkrautbekämpfung schafft aber auch eine andere Bodenbeschaffenheit. Wenn Sie ein Bild anklicken können Sie auch sehen wie weit diese Rieslingreben bereits ausgetrieben sind.

Sicherlich war die Fläche vor dem Mulchen und dem Einsatz der Scheibe unter den Stöcken schöner und auch bunter anzusehen, aber die Begrünung muss kurz gehalten werden. Dies derzeit um so mehr als wir seit Wochen keinen Regen mehr hatten.
Unsere Weinbereg bieten aber auch vielen Insekten einen hervorragenden Lebensraum. Nicht nur durch den unterschiedlichen, mehrere Arten enthaltenden Bewuchs im Weinberg selbst sondern auch durch die vielen Büsche an und in den Rechen. 

Unser Weinberg nach dem Mulchen am 11.4.2017
2 Stunden nach der vorigen Aufnahme

Unser Weinberg vor dem Mulchen am 11.4.2017

Unterstockbehandlung mit Herbizid bei einem Nachbarwinzer

 

 

30. 03. 2017

Alle Arbeiten – Vorarbeiten für das neue Weinjahr sind in den Weinbergen jetzt so gut wie abgeschlossen. Wir haben alle unsere Reben geschnitten – die erste qualitätsbeinflussende Maßnahme im Jahr. Die Anlagen sind ausgebessert und auch jetzt gebunden. Auffällig ist aber auch das die Reben bluten. Wegen der doch sehr warmen Witterung ist mit dem baldigen austrieb zu rechnen – viel zu früh.

10. 02. 2017

Die Arbeiten für den neues Weinjahrgang haben bereits begonnen.
Derzeit müssen die Reben geschnitten, also die Triebe entfernt werden, die für die nächste Vegetationsperiode nicht benötigt werden. Die sind die alte Bogrebe und auch alle daruf stehenden Triebe außer dem Trieb / den Trieben die stammnah stehen, gut ausgereift  und ausreichend lang für eine neue Bogrebe sind. In den Augen (Knospen) dieser Triebe sind die Blütenprimordien für die neuen Trauben und Beeren bereits seit der Rebblüte des letzten Jahres angelegt. Sie sind die Basis für die neue Ernte. Nur die Hauptaugen enthalten ausreichend Blütenprimordien. Sollte ein Spätfrost nach dem Austrieb die jungen Triebe wie in 2011 schädigen, so können die dann austreibenden Nebenaugen in der Regel nur einen geringen bis keinen Ertrag bringen. Die Nebenaugen sichern aber zumindest eine Triebbildung und damit das Überleben des Rebstocks.

Also gilt jetzt aufmerksam schneiden und dann die nicht benötigten, abgeschnittenen Triebe aus dem Drahtrahmen ziehen. Das untere Heftdrahtpaar sollte für diese Arbeit vorher abgelegt worden sein.

Übrigens ist heute der Rebschnitt und das Ausheben der Triebe die zeitaufwändigste Handarbeit im ganzen Rebjahr. Sie ist aber auch der erste Arbeitsgang in dem über Erntemenge und damit auch über die Qualität des Lesegutes mitentschieden wird.
Also ganz wichtig und sorgsam durchzuführen.
Wer Reben schneidet muss wissen was er tut.

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