Barriqueausbau

Das Barrique ist eine kleine Holzfass von ca. 225l bis maximal 300 l Inhalt. Es wird traditionell in südeuropäischen Rotweinregionen zum Ausbau der Rotweine benutzt. Abweichend  vom traditionellen, in Deutschland genutzten Weißweinfass wurde dieses Fass nicht „weingrün“ gemacht. Das bedeutet, dass das Fass nicht so lange mit heißem Wasser behandelt wurde bis das Holz keinen Lohegeschmack mehr abgibt, sondern diese Fässer werden bei der Herstellung über einem Eichenholzfeuer getoastet. Hierdurch entstehen im Holz spezielle Röstaromen die sich dann später dem Wein mitteilen. Besonders wichtig sind entstehende Vanillearomen, die dem Wein aus Barriqueausbau seinen besonderen Geschmack verleihen. Nachteil der Fässer ist, dass diese nur wenige Male mit Wein belegt werden können, da nach und nach die Röstaromen ausgelaugt werden und somit keine barriquetypischen Aromen mehr in den Wein gelangen.
Neben der Toastung light, medium, medium + und heavy spielt aber auch die Herkunft des Eichenholzes eine gewisse Rolle. Auffällig sind die Unterschiede in der Aromaintensität zwischen europäischer und amerikanischer Eiche. Letzere bringt deutlich intensivere Barriquearomen.


Blick in unseren BarriquekellerNeben der Aufnahme von Aromen in den Wein führt der Barriqueausbau aber auch zur sogenannten Microoxygenation - Mikrooxidation. Da die Fassdauben sehr dünn ausgeführt sind, oftmals nur ca. 18mm stark, kann auch relativ gut Sauerstoff aus der Außenluft in den Wein gelangen. Dies wird wird durch die relativ große Berührungsfläche zwischen Wein und Fass gefördert. Das kleine Fassvolumen ergibt eine besonders große relative Oberfläche des Weines. Diese Mikrooxidation lässt insbesondere Rotweine etwas altern und auch reifen und runden.

Je nach dem oder der Barriquelagerraum trocken oder feucht ist, kommt es entweder zu einer Alkoholabreicherung oder Alkoholanreicherung im Wein, immer aber zu einem Mengenverlust. In trockenen Lagerräumen verdunstet mehr Flüssigkeit – als Folge ergibt sich eine leichte Erhöhung des Alkoholgehaltes im Wein. In feuchten Barriquelagerräumen verdunstet dagegen etwas mehr Alkohol. Der Alkoholgehalt sinkt leicht.

Barriqueausbau ist eine Ausbauvariante, die vom Winzer oder Kellermeister mit einer gewissen Leidenschaft betrieben werden muss. Zum Einen ist der Ausbau arbeitsintensiv und teuer, zum Anderen aber auch eine Tätigkeit mit nicht immer ganz kalkulierbarem Ergebnis.
Für uns ist der Barriqueausbau eine Möglichkeit Rotweine zu erzeugen, die sehr nahe an manche südeuropäischen Rotweine herankommen und somit das Geschmacks- und Aromaprofil unserer Rotweine erweitern.
Wichtig ist aber immer:  Das Barriquearoma darf das Sortenaroma nur ergänzen und erweitern, aber niemals verdrängen. Barriqueausbau erweitert die Aromatik ohne sie zu erschlagen. Weine die zu starke Barrique-, Vanille- oder auch Oxidationstöne zeigen sind nicht unser Ziel.

Nachdem diese Fässer mehrmals benutzt wurden können sie entweder als Lagerfässer – wird aber selten gemacht – oder für Dekorationszwecke benutzt werden.

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